Die Deutsche Geschichte durch die Linze von Carl Zeiss in Jena

Die “Vokseigener Betrieb” von Carl Zeiss Jena war mit 60.000 Mitarbeiter eines der größten Unternehmen in der DDR. Nach dem Fall der Mauer wurde schwer saniert, aber die “Zeissianer” behielten immer ihr glauben an eine bessere Zukunft, und dass mit Recht.

“Mahlzeit”, sagt der immer freundliche Jürgen Dömel zu den Mitarbeitern, denen wir am ZEISS Standort in begegnen. Wir wandern durch endlose Gänge, wo die DDR-Geschichte manchmal noch deutlich spürbar ist. ‚Vor allem Keller’, erzählt Dömel. ‚Die wird jetzt nicht mehr genützt, ist aber riesig und wie ein großen Bunker.‘

Dit artikel is eerder in het Nederlands verschenen in Het Financieele Dagblad: krant-20150407-0-012-018

Jürgen Dömel, ex-voorzitter van de Ondernemingsraad van Carl Zeiss

Jürgen Dömel, ex-voorzitter van de Ondernemingsraad van Carl Zeiss

Dömel kennt jede Ecke des Gebäudes. Kein Wunder, nach 50 Dienstjahren, wovon viele Jahre als Vorsitzender des Betriebsrats. Mit ihm laufen wir vorbei an großen Blöcken Glas mit runden Löchern. ‚Das Glas wird von unserem Schwesterunternehmen Schott produziert‘, erklärt Dömel. Aus  jedem Block werden mehrere Linsen verarbeitet zu Linsen für Mikroskope, Ferngläser oder Filmkamera.

Es gibt sehr kleine Objektive für Mikroskope, aber auch sehr große für die Halbleiterindustrie. ASML ist zum Beispiel ein wichtiger Partner.

Carl Zeiss hat jetzt ein blühendes Geschäft. Dies ergibt sich aus allem. Aber dass das nicht immer offensichtlich war, wird deutlich wenn wir mit Dömel in der Geschichte des Unternehmens tauchen. Es ist eine bemerkenswerte Geschichte, die viel hat von der Geschichte von Nachkriegs-Deutschland.

Carl Zeiss war genau wie Deutschland in zwei Teile gespalten. Da die Amerikaner einen Großteil der Wissenschaftler aus Jena in ihre Besatzungszone mitgenommen hatten, gab es nicht nur ein Carl Zeiss, sondern zwei mit gleichem Namen , eins in der DDR (Jena) und eins in der Bundesrepublik Deutschland (Oberkochen). Zwei Unternehmen, die fast das gleiche Geschäft hatten.

Carl Zeiss in Jena

Carl Zeiss in Jena

Dömel begann selber in Jena als Mechaniker im Jahr 1965 und sah das Unternehmen wachsen zu einem Koloss mit 60.000 Mitarbeitern am Ende der Achtziger Jahren. Zeiss in Oberkochen war etwas kleiner, aber nicht weniger stark. Auf der ganzen Welt waren die beiden Zeiss-Unternehmen gewaltige Konkurrenten.

Als die Mauer fiel in 1989, näherten sich auch die beiden Unternehmen wieder an. Jeder Mitarbeiter im Konzern hoffte, dass ein Weg gefunden würde, auf dem die beiden getrennten Unternehmen wieder vereint werden könnten. Aber dass das nicht ohne Schmerz gehen würde, war auch klar.

Dömel musste in dieser Zeit als Vertreter der Arbeitnehmer sehr schwierige Entscheidungen treffen. Die Firma Zeiss in Oberkochen fühlte sich verpflichtet die Brüder im Osten zu helfen, aber natürlich nicht ohne Sicherheit dass es selbst keine Probleme bekommen würde.

Von den 30.000 “Zeissianer” in Jena blieben nach den Verhandlungen mit der Treuhand nur etwa 10.200 in einem Arbeitsverhältnis. Davon kamen rund 3000 bei Carl Zeiss. Die übrigen 7.200 Mitarbeiter wurden von der neuen Firma Jenoptik übernommen. Dies bedeutete dass rund 20.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren.

“Es war eine aufregende Zeit”, sagt Dömel.  Die Mitarbeiter in Jena brauchten eine lange Zeit, bevor Vertrauen in das ZEISS Management gewachsen war. Aber es gab auch einen Hoffnungsschimmer. Viele ehemalige Mitarbeiter gründeten in dieser Zeit  eigene Unternehmen, so zum Beispiel die Analytik Jena AG, die Kontinent Spedition GmbH, die MAZeT GmbH und GOT mbH. So kam es, dass Jena bereits in den neunziger Jahren viele Start-ups hatte.

Es war also nicht nur Trauer und hohe Arbeitslosigkeit. Es gab auch viel Dynamik die noch extra unterstützt wurde durch die große Zahl von Forschungseinrichtungen. Diese Kombination von Faktoren erklärt warum Jena heute einer der dynamischsten Städte mit hoher Lebensqualität in Ost-Deutschland ist, so sagt Dömel.

Carl Zeiss werkt veel samen met universiteiten en andere onderwijsinstellingen zoals de Hogeschool

Carl Zeiss werkt veel samen met universiteiten en andere onderwijsinstellingen zoals de Hogeschool

Nach den schwierigen neunziger Jahren erreichte Carl Zeiss Jena im Jahr 2000 zum ersten Mal nach der Wende ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Umsatz der ZEISS Gruppe insgesamt wuchs in diesem Jahr um 22% auf €2 Mrd. Und im Geschäftsjahr 2013/2014,  knapp 15 Jahre später, erzielte der Konzern einen Umsatz von rund €4,3 Mrd.

Heute hat ZEISS mit seinen unterschiedlichen Geschäften eine sehr gute Marktposition. Den größten Teil des Umsatzes erzielte die ZEISS Gruppe außerhalb Deutschlands. Als Portfolio-Unternehmen ist ZEISS sehr gut aufgestellt und kann auf Marktschwankungen gut reagieren. Sitz des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen. Von den weltweit knapp 25.000 Mitarbeitern sind mehr als die Hälfte im Unternehmensbereich Vision Care tätig.

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